Wer 2026 in Pension geht, erhält im Dezember erstmals eine 13. AHV-Altersrente. Sie erhöht aber nicht die monatliche AHV-Zahlung während des Jahres. Entscheidend bleiben deshalb drei Fragen: Ist die AHV lückenlos, passt der Entscheid zwischen Rente und Kapital bei der Pensionskasse – und ist die Säule 3a steuerlich sinnvoll genutzt? Mehr dazu: AHV-Renten 2026: 13. Rente im Dezember.
AHV 2026: Die 13. Rente kommt im Dezember
Die AHV-Altersrenten bleiben 2026 auf dem seit 1. Januar 2025 geltenden Niveau. Neu wird im Dezember zusätzlich eine 13. Altersrente ausbezahlt. Sie erfolgt automatisch an Personen, die im Dezember Anspruch auf eine AHV-Altersrente haben; ein separater Antrag ist nicht nötig. Mehr dazu: Säule 3a 2026: Bank oder Versicherung jetzt genauer prüfen.
| AHV-Altersrente 2026 | Betrag pro Monat |
|---|---|
| Minimale Vollrente | CHF 1'260 |
| Maximale Vollrente | CHF 2'520 |
| Maximal plafonierte Renten eines Ehepaars | CHF 3'780 |
Die 13. Rente entspricht einem Zwölftel der im Kalenderjahr tatsächlich ausbezahlten Altersrenten. Wer während des ganzen Jahres eine unveränderte AHV-Rente bezieht, erhält im Dezember im Ergebnis ungefähr eine zusätzliche Monatsrente. Kinderrenten, Zusatzrenten und der Zuschlag für Frauen der Übergangsgeneration zählen nicht dazu. Ergänzungsleistungen werden wegen der 13. Altersrente nicht gekürzt.
AHV rechtzeitig anmelden und Beitragslücken prüfen
Die Anmeldung für die AHV-Altersrente sollte rund drei bis vier Monate vor Erreichen des Referenzalters bei der zuständigen Ausgleichskasse eingehen. Wer einen Vorbezug plant, muss die Frist besonders beachten: Eine rückwirkende Anmeldung ist dafür ausgeschlossen.
Ebenso wichtig ist der Auszug aus dem individuellen Konto, kurz IK. Dort sind die gemeldeten Erwerbseinkommen und Beitragszeiten erfasst. Fehlende Beitragsjahre führen in der Regel zu einer tieferen AHV-Rente. Den IK-Auszug kannst du kostenlos bei einer Ausgleichskasse bestellen.
Frauen: Das Referenzalter steigt weiter
Das Referenzalter der Frauen wird bis 2028 schrittweise von 64 auf 65 Jahre angehoben. Für eine Pensionierung im Jahr 2026 ist insbesondere der Jahrgang 1962 relevant. Das Referenzalter beträgt für diese Frauen 64 Jahre und sechs Monate.
| Geburtsjahr der Frau | Referenzalter |
|---|---|
| 1960 und älter | 64 Jahre |
| 1961 | 64 Jahre und 3 Monate |
| 1962 | 64 Jahre und 6 Monate |
| 1963 | 64 Jahre und 9 Monate |
| 1964 und jünger | 65 Jahre |
Frauen der Jahrgänge 1961 bis 1969 gehören zur Übergangsgeneration der Reform AHV 21. Wer die AHV-Rente nicht vorbezieht, kann einen lebenslangen Rentenzuschlag erhalten. Bei einem Vorbezug gelten für diese Jahrgänge reduzierte Kürzungssätze; ein Vorbezug ist bereits ab 62 Jahren möglich. Ob ein Vorbezug, ein Teilbezug oder ein Aufschub sinnvoll ist, hängt von Einkommen, Lebenserwartung, Erwerbsplänen und der gesamten Vorsorgesituation ab.
Pensionskasse: Die gesetzlichen Grenzbeträge 2026
Bei der Pensionskasse gelten 2026 unveränderte BVG-Grenzbeträge. Sie bestimmen, ab welchem Lohn die obligatorische berufliche Vorsorge greift und welcher Lohn mindestens versichert wird. Mehr dazu: Pensionskasse, Säule 3a, Säule 3b… musst du das wirklich alles verstehen?.
| BVG-Kennzahl 2026 | Betrag |
|---|---|
| Eintrittsschwelle | CHF 22'680 Jahreslohn |
| Koordinationsabzug | CHF 26'460 pro Jahr |
| Minimaler koordinierter Lohn | CHF 3'780 pro Jahr |
| Oberer Grenzbetrag im Obligatorium | CHF 90'720 Jahreslohn |
| BVG-Mindestzinssatz auf dem obligatorischen Altersguthaben | 1,25 % |
| BVG-Mindestumwandlungssatz im Obligatorium | 6,8 % |
Der Mindestumwandlungssatz von 6,8 % gilt nur für das obligatorische BVG-Altersguthaben. Viele Pensionskassen versichern zusätzlich überobligatorische Lohnteile. Für diese Guthaben kann das Reglement einen anderen Umwandlungssatz vorsehen. Massgebend für deine voraussichtliche Rente ist deshalb nicht eine allgemeine Branchenzahl, sondern dein persönlicher Pensionskassenausweis.
Rente, Kapital oder eine Kombination?
Ein Kapitalbezug schafft Flexibilität, verlagert aber Anlage-, Langlebigkeits- und Ausgaberisiken auf dich. Eine Rente sichert dagegen ein lebenslanges Einkommen, ist aber weniger flexibel. Prüfe vor dem Entscheid mindestens die Höhe der garantierten Rente, die Leistungen für Partnerin oder Partner, die Frist für einen Kapitalbezug im Reglement deiner Pensionskasse sowie die Steuerfolgen in deinem Wohnkanton. Für diese Entscheidung gibt es keine pauschal richtige Lösung.
Säule 3a: Die Limiten 2026 und neue Einkaufsmöglichkeit
Die jährlichen Höchstbeträge der Säule 3a bleiben 2026 unverändert. Einzahlungen sind innerhalb dieser Limiten vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Mehr dazu: Säule 3a: 2025er-Lücke lässt sich jetzt erstmals nachzahlen.
| Säule 3a im Steuerjahr 2026 | Maximaler Jahresbetrag |
|---|---|
| Mit Anschluss an eine Pensionskasse | CHF 7'258 |
| Ohne Anschluss an eine Pensionskasse | 20 % des Erwerbseinkommens, höchstens CHF 36'288 |
Seit dem 1. Januar 2026 können Beitragslücken in der Säule 3a unter Bedingungen nachträglich geschlossen werden. Erstmals ist ein Einkauf für eine Lücke aus dem Jahr 2025 möglich. Einkäufe sind höchstens zehn Jahre rückwirkend zulässig, aber nur für Lücken ab 2025. Voraussetzung ist unter anderem, dass du sowohl im Jahr der Lücke als auch im Jahr des Einkaufs ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen in der Schweiz erzielst und den ordentlichen Jahresbeitrag im Einkaufsjahr vollständig einzahlst.
ETF in der Säule 3a: Renditechance ja, Garantie nein
Eine wertschriftenbasierte Säule 3a kann langfristig höhere Renditechancen bieten als ein reines Vorsorgekonto. Sie unterliegt jedoch Kursschwankungen; Verluste kurz vor dem Bezug können die Planung belasten. Entscheidend sind deshalb der Zeithorizont bis zur Pensionierung, der Aktienanteil, die Kosten und deine Fähigkeit, zwischenzeitliche Verluste auszuhalten.
Wer nur noch wenige Jahre bis zum Bezug hat oder das Geld zu einem festen Zeitpunkt benötigt, sollte das Risiko nicht allein wegen vergangener Börsenrenditen erhöhen. Umgekehrt kann ein sehr defensives Konto bei langem Anlagehorizont Kaufkraft kosten. Vergleiche bei jeder 3a-Lösung Kosten, Anlagestrategie, Risikoprofil und die Regeln für einen späteren Bezug.
Checkliste für die Pensionierung 2026
- AHV anmelden: Reiche die Anmeldung rund drei bis vier Monate vor dem Referenzalter ein.
- IK-Auszug bestellen: Prüfe Beitragsjahre und gemeldete Einkommen frühzeitig auf Lücken.
- Pensionskassenausweis lesen: Vergleiche Rente, Kapitaloption, Umwandlungssatz und Fristen gemäss Reglement.
- 3a-Limite nutzen: Plane Einzahlungen vor Jahresende und kläre bei älteren Lücken, ob ein nachträglicher Einkauf möglich ist.
- Steuern mitdenken: Kapitalbezüge aus Pensionskasse und Säule 3a werden separat besteuert; die konkrete Belastung hängt vom Wohnkanton und vom Bezugszeitpunkt ab.
Die 13. AHV-Rente bringt ab Dezember 2026 eine spürbare zusätzliche Zahlung. Sie ersetzt aber keine Pensionierungsplanung. Wer AHV, Pensionskasse und Säule 3a gemeinsam betrachtet, erkennt früher, ob Einkommen, Liquidität und steuerliche Belastung im Ruhestand zusammenpassen.
Zuletzt fachlich aktualisiert: 16. Juli 2026.

